Kostenlose Checkliste · Stand Juli 2026

Der EU AI Act, verständlich. Deine 3 Schritte für KI im Business.

Ab dem 2. August 2026 gelten neue Transparenz-Regeln für fast jede Firma, die KI nutzt. Ohne Panik, ohne Jura-Deutsch. Hier ist der Fahrplan, den du wirklich brauchst.

2. Aug 2026
Stichtag für die Transparenz-Pflichten
Fast jede Firma
Chatbot, KI-Texte oder KI-Bilder reichen schon
12
Punkte in 3 Schritten
Die Idee

Was der AI Act wirklich von dir will

Der EU AI Act ist das erste große KI-Gesetz der Welt. Es klingt nach Großkonzern-Thema, betrifft aber auch Solo-Selbstständige und kleine Firmen, sobald sie KI im Alltag einsetzen.

Es geht um Risiko, nicht um Verbote

Der AI Act sortiert KI-Anwendungen nach Risiko. Die meisten Dinge, die du im Business machst, also Texte mit ChatGPT schreiben oder Bilder generieren, gelten als geringes Risiko. Verboten wird nichts davon. Es kommen nur klare Spielregeln dazu.

Die wichtigste Regel heißt Transparenz

Wenn eine KI mit deinen Kunden spricht oder Inhalte erzeugt, sollen die Menschen das wissen. Ein Chatbot muss sich als KI zu erkennen geben. KI-Bilder oder Videos, die real wirken und echte Menschen, Orte oder Ereignisse zeigen, sollen als KI-Inhalt gekennzeichnet sein. Eine erkennbare Illustration braucht das nicht.

Dein Team soll KI verstehen

Wer KI im Job nutzt, soll die Grundlagen kennen. Was das Tool kann, wo die Grenzen liegen, welche Daten man nicht eingibt. Das nennt der AI Act KI-Kompetenz, und diese Pflicht gilt bereits seit Februar 2025.

Gute Nachricht für normale Firmen: Der strenge Teil des Gesetzes, die sogenannten Hochrisiko-Systeme, wurde per Digital Omnibus auf den 2. Dezember 2027 verschoben. Für typische Büro-Nutzung von KI bist du davon in der Regel nicht betroffen. Am 2. August 2026 zählen für dich vor allem die Transparenz-Pflichten.

Voraussetzungen

Was du für den Start brauchst

Kein Jurastudium, kein teures Tool. Nur ein bisschen Überblick über deinen eigenen KI-Einsatz.

  • Eine ehrliche Liste, wo in deiner Firma überall KI mitarbeitet: Chatbot, Texte, Bilder, Auswertungen.
  • 15 bis 30 Minuten Zeit, um diese Checkliste einmal durchzugehen.
  • Zugriff auf deine Website und Social-Media-Profile, um Kennzeichnungen zu ergänzen.
  • Optional: eine Person im Team, die das Thema KI-Kompetenz mitbetreut.
Die Checkliste

3 Schritte, die dich rechtlich sauber aufstellen

Hak jeden Punkt ab, sobald er erledigt ist. Dein Fortschritt wird direkt hier angezeigt.

1

Kennzeichnen

Mach sichtbar, wo KI im Spiel ist.

2

Dokumentieren

Halt fest, welche KI du wofür nutzt.

3

Team schulen

Sorg für die schon geltende KI-Kompetenz.

0 von 12 Punkten erledigt

Keine Panik vor der Strafe. Der Bußgeld-Rahmen im AI Act geht zwar bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent vom weltweiten Jahresumsatz. Das ist aber die gesetzliche Obergrenze, nicht die Regelstrafe. Für kleine und mittlere Unternehmen gilt jeweils der niedrigere der beiden Werte, und Behörden strafen verhältnismäßig. Wer diese drei Schritte umsetzt, ist bei der normalen Büro-Nutzung gut aufgestellt.

Diese Checkliste ist eine Orientierungshilfe und Empfehlung, keine vollständige oder rechtlich bindende Aufzählung aller Pflichten. Je nach deiner konkreten Situation, etwa bei Hochrisiko-Systemen oder Sonderfällen in deiner Branche, können weitere Anforderungen gelten, die hier nicht abgebildet sind.

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Zwei Beispiele aus dem Alltag

So wendest du die Regeln konkret an

Die zwei häufigsten Fälle, die fast jede Firma betreffen.

Beispiel A

ChatGPT beantwortet Kundenanfragen

Was du tun solltest: Der Chatbot gibt zu Beginn oder sichtbar an, dass hier eine KI antwortet. Ein einfacher Satz reicht, zum Beispiel: "Du chattest gerade mit unserem KI-Assistenten."

Vorteil

Schnelle Antworten rund um die Uhr, ohne dass du irreführst.

Grenze

Sensible Daten wie Gesundheit oder Zahlungsdetails gehören nicht ungeprüft in ein KI-Tool.

Beispiel B

KI-Bilder für deine Werbung

Was du tun solltest: KI-Bilder, die real wirken und echte Menschen, Orte oder Ereignisse zeigen, werden als KI-Inhalt gekennzeichnet. Eine erkennbar gestaltete Illustration braucht das nicht, ein fotorealistisches Bild schon. Ein kurzer Hinweis am Beitrag oder im Bild genügt in der Regel.

Vorteil

Günstige, schnelle Visuals ohne Foto-Shooting.

Grenze

Keine echten Personen ohne Einwilligung nachbilden, keine irreführenden Vorher-Nachher-Effekte.

Was gilt wann

Jetzt relevant oder später?

Damit du nicht auf veraltete Panikmache reinfällst. Diese Übersicht trennt, was am 2. August 2026 zählt und was verschoben wurde.

PflichtAb wannBetrifft dich?
KI-Kompetenz im Team (Artikel 4)gilt seit 2. Feb 2025 · Aufsicht/Durchsetzung ab 2. Aug 2026Ja, sobald Mitarbeiter KI nutzen
Transparenz: Chatbot und KI-Inhalte kennzeichnen (Artikel 50)ab 2. Aug 2026Ja, beim Chatbot immer, bei KI-Bildern und KI-Videos nur wenn sie real wirken
Maschinenlesbare Markierung generativer Inhalteab 2. Aug 2026 · Schonfrist Altsysteme bis 2. Dez 2026Ja, bei generierten Medien
Pflichten für Hochrisiko-Systeme (Anhang III)verschoben auf 2. Dez 2027Meist nein bei normaler Büro-Nutzung
Hochrisiko als Sicherheitsbauteil in Produkten (Anhang I)verschoben auf 2. Aug 2028Nur bei regulierten Produkten

Die Verschiebung der Hochrisiko-Fristen beruht auf dem Digital Omnibus. Stand Juli 2026 war die formale Verabschiedung angekündigt. Details können sich noch ändern, daher Stand-Datum beachten.

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Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen

Für die drei Schritte brauchst du kein kostenpflichtiges Tool. Kennzeichnen, dokumentieren und schulen kannst du mit Bordmitteln erledigen. Der größte Aufwand ist einmalige Zeit, danach nur noch Pflege.

Die Transparenz- und Kompetenz-Pflichten gelten unabhängig von der Größe. Bei Bußgeldern gibt es aber eine Erleichterung für kleine und mittlere Unternehmen: Es gilt jeweils der niedrigere der beiden möglichen Werte, und Behörden strafen verhältnismäßig.

Nein. Die Nutzung von ChatGPT ist erlaubt. Die 15 Millionen Euro sind eine gesetzliche Obergrenze für schwere Verstöße gegen bestimmte Pflichten, kein Automatismus. Wer transparent kennzeichnet und sein Team schult, bewegt sich im grünen Bereich.

Nein. Diese Checkliste ist bewusst in Alltagssprache gehalten. Für verbindliche Auskünfte im Einzelfall solltest du aber einen Anwalt für IT- und Datenschutzrecht hinzuziehen.

Der wurde verschoben. Stand-alone Hochrisiko-Systeme greifen erst ab dem 2. Dezember 2027. Für typische Büro-Nutzung von KI bist du davon in der Regel ohnehin nicht betroffen.

Keine Rechtsberatung. Diese Checkliste bietet allgemeine Orientierung zum EU AI Act, Stand Juli 2026, und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Anwalt für IT-, Medien- und Datenschutzrecht. Alle Zahlen und Fristen mit Stand Juli 2026, spätere Änderungen sind möglich. ChatGPT ist eine Marke von OpenAI. Weitere genannte Produkt- und Firmennamen sind Marken der jeweiligen Inhaber; die Nennung dient der Information und begründet keine Verbindung oder Empfehlung durch die Rechteinhaber.