Der EU AI Act, verständlich. Deine 3 Schritte für KI im Business.
Ab dem 2. August 2026 gelten neue Transparenz-Regeln für fast jede Firma, die KI nutzt. Ohne Panik, ohne Jura-Deutsch. Hier ist der Fahrplan, den du wirklich brauchst.
Was der AI Act wirklich von dir will
Der EU AI Act ist das erste große KI-Gesetz der Welt. Es klingt nach Großkonzern-Thema, betrifft aber auch Solo-Selbstständige und kleine Firmen, sobald sie KI im Alltag einsetzen.
Es geht um Risiko, nicht um Verbote
Der AI Act sortiert KI-Anwendungen nach Risiko. Die meisten Dinge, die du im Business machst, also Texte mit ChatGPT schreiben oder Bilder generieren, gelten als geringes Risiko. Verboten wird nichts davon. Es kommen nur klare Spielregeln dazu.
Die wichtigste Regel heißt Transparenz
Wenn eine KI mit deinen Kunden spricht oder Inhalte erzeugt, sollen die Menschen das wissen. Ein Chatbot muss sich als KI zu erkennen geben. KI-Bilder oder Videos, die real wirken und echte Menschen, Orte oder Ereignisse zeigen, sollen als KI-Inhalt gekennzeichnet sein. Eine erkennbare Illustration braucht das nicht.
Dein Team soll KI verstehen
Wer KI im Job nutzt, soll die Grundlagen kennen. Was das Tool kann, wo die Grenzen liegen, welche Daten man nicht eingibt. Das nennt der AI Act KI-Kompetenz, und diese Pflicht gilt bereits seit Februar 2025.
Gute Nachricht für normale Firmen: Der strenge Teil des Gesetzes, die sogenannten Hochrisiko-Systeme, wurde per Digital Omnibus auf den 2. Dezember 2027 verschoben. Für typische Büro-Nutzung von KI bist du davon in der Regel nicht betroffen. Am 2. August 2026 zählen für dich vor allem die Transparenz-Pflichten.
Was du für den Start brauchst
Kein Jurastudium, kein teures Tool. Nur ein bisschen Überblick über deinen eigenen KI-Einsatz.
- Eine ehrliche Liste, wo in deiner Firma überall KI mitarbeitet: Chatbot, Texte, Bilder, Auswertungen.
- 15 bis 30 Minuten Zeit, um diese Checkliste einmal durchzugehen.
- Zugriff auf deine Website und Social-Media-Profile, um Kennzeichnungen zu ergänzen.
- Optional: eine Person im Team, die das Thema KI-Kompetenz mitbetreut.
3 Schritte, die dich rechtlich sauber aufstellen
Hak jeden Punkt ab, sobald er erledigt ist. Dein Fortschritt wird direkt hier angezeigt.
Kennzeichnen
Mach sichtbar, wo KI im Spiel ist.
Dokumentieren
Halt fest, welche KI du wofür nutzt.
Team schulen
Sorg für die schon geltende KI-Kompetenz.
0 von 12 Punkten erledigt
Keine Panik vor der Strafe. Der Bußgeld-Rahmen im AI Act geht zwar bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent vom weltweiten Jahresumsatz. Das ist aber die gesetzliche Obergrenze, nicht die Regelstrafe. Für kleine und mittlere Unternehmen gilt jeweils der niedrigere der beiden Werte, und Behörden strafen verhältnismäßig. Wer diese drei Schritte umsetzt, ist bei der normalen Büro-Nutzung gut aufgestellt.
Diese Checkliste ist eine Orientierungshilfe und Empfehlung, keine vollständige oder rechtlich bindende Aufzählung aller Pflichten. Je nach deiner konkreten Situation, etwa bei Hochrisiko-Systemen oder Sonderfällen in deiner Branche, können weitere Anforderungen gelten, die hier nicht abgebildet sind.
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So wendest du die Regeln konkret an
Die zwei häufigsten Fälle, die fast jede Firma betreffen.
ChatGPT beantwortet Kundenanfragen
Was du tun solltest: Der Chatbot gibt zu Beginn oder sichtbar an, dass hier eine KI antwortet. Ein einfacher Satz reicht, zum Beispiel: "Du chattest gerade mit unserem KI-Assistenten."
Schnelle Antworten rund um die Uhr, ohne dass du irreführst.
Sensible Daten wie Gesundheit oder Zahlungsdetails gehören nicht ungeprüft in ein KI-Tool.
KI-Bilder für deine Werbung
Was du tun solltest: KI-Bilder, die real wirken und echte Menschen, Orte oder Ereignisse zeigen, werden als KI-Inhalt gekennzeichnet. Eine erkennbar gestaltete Illustration braucht das nicht, ein fotorealistisches Bild schon. Ein kurzer Hinweis am Beitrag oder im Bild genügt in der Regel.
Günstige, schnelle Visuals ohne Foto-Shooting.
Keine echten Personen ohne Einwilligung nachbilden, keine irreführenden Vorher-Nachher-Effekte.
Jetzt relevant oder später?
Damit du nicht auf veraltete Panikmache reinfällst. Diese Übersicht trennt, was am 2. August 2026 zählt und was verschoben wurde.
| Pflicht | Ab wann | Betrifft dich? |
|---|---|---|
| KI-Kompetenz im Team (Artikel 4) | gilt seit 2. Feb 2025 · Aufsicht/Durchsetzung ab 2. Aug 2026 | Ja, sobald Mitarbeiter KI nutzen |
| Transparenz: Chatbot und KI-Inhalte kennzeichnen (Artikel 50) | ab 2. Aug 2026 | Ja, beim Chatbot immer, bei KI-Bildern und KI-Videos nur wenn sie real wirken |
| Maschinenlesbare Markierung generativer Inhalte | ab 2. Aug 2026 · Schonfrist Altsysteme bis 2. Dez 2026 | Ja, bei generierten Medien |
| Pflichten für Hochrisiko-Systeme (Anhang III) | verschoben auf 2. Dez 2027 | Meist nein bei normaler Büro-Nutzung |
| Hochrisiko als Sicherheitsbauteil in Produkten (Anhang I) | verschoben auf 2. Aug 2028 | Nur bei regulierten Produkten |
Die Verschiebung der Hochrisiko-Fristen beruht auf dem Digital Omnibus. Stand Juli 2026 war die formale Verabschiedung angekündigt. Details können sich noch ändern, daher Stand-Datum beachten.
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Die häufigsten Fragen
Keine Rechtsberatung. Diese Checkliste bietet allgemeine Orientierung zum EU AI Act, Stand Juli 2026, und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Anwalt für IT-, Medien- und Datenschutzrecht. Alle Zahlen und Fristen mit Stand Juli 2026, spätere Änderungen sind möglich. ChatGPT ist eine Marke von OpenAI. Weitere genannte Produkt- und Firmennamen sind Marken der jeweiligen Inhaber; die Nennung dient der Information und begründet keine Verbindung oder Empfehlung durch die Rechteinhaber.