Gratis-Guide · Fotorealismus

Warum KI-Bilder nach KI aussehen

Nicht, weil sie schlecht sind. Weil sie zu gut sind. Hier stehen die fünf Merkmale, an denen du es erkennst, und der Prompt, der sie abstellt.

5
Merkmale
2
Prompts zum Kopieren
3
Bilder im Vergleich
Der Vergleich

Ein Motiv, drei Bilder

Alle drei zeigen dieselbe Vorgabe: einen Barista hinter einer Theke, in vier Wörtern beschrieben. Verändert wurde pro Schritt genau eine Sache.

Lächelnder Barista hinter einer Theke, erzeugt mit GPT Image 1 aus einem Vier-Wort-Prompt. Die Haut ist glatt und ohne sichtbare Poren.Vorgängermodell
GPT Image 1 · Kurzprompt, vier Wörter
Wachs

Keine einzige Pore auf Stirn und Wangen, nur ein weicher Verlauf. Der Dreitagebart ist als Schatten aufgemalt statt aus einzelnen Haaren gebaut. Die Zähne sind ein durchgehender Block. In beiden Augen sitzt derselbe Glanzpunkt an derselben Stelle.

Lächelnde Barista hinter einer Theke, erzeugt mit GPT Image 2 aus demselben Vier-Wort-Prompt. Die Haut zeigt Poren, das Licht ist weich und schattenfrei.heute, 4 Wörter
GPT Image 2 · derselbe Kurzprompt
Werbekatalog

Hier stimmt die Haut. Poren sind da, sogar Sommersprossen und feine Härchen. Auffällig ist trotzdem, was fehlt: kein einziger harter Schatten im ganzen Gesicht, keine Unreinheit, kein schiefer Winkel. Dazu der Blick direkt in die Kamera und ein Lächeln, das jemand für ein Foto aufgesetzt hat.

Barista bei der Arbeit, Blick nach unten, halbes Gesicht im Schatten. Erzeugt mit GPT Image 2 und dem Realismus-Prompt.heute, mit Prompt
GPT Image 2 · Realismus-Prompt, Kurzprompt im SUBJECT-Feld
Foto

Dasselbe Modell wie bei Nummer zwei, dieselben vier Wörter als Motiv. Verändert wurde nur der Text drumherum. Jetzt liegt eine Lichtquelle von rechts oben an, die linke Gesichtshälfte fällt in den Schatten. Auf der Nase sitzt ein echtes Glanzlicht, auf der Wange ein Muttermal, im Vordergrund steht ein angeschnittener Krug.

Warum der Vergleich überhaupt etwas beweist
01 → 02

Es wechselt nur das Modell, der Prompt bleibt gleich. Der Schritt zeigt also, was das neue Modell von allein besser kann.

02 → 03

Es wechselt nur der Prompt, das Modell bleibt gleich. Der Schritt zeigt also, was der Prompt ausmacht.

Deshalb steht Bild zwei überhaupt in der Reihe. Ohne diesen Zwischenschritt würde der Vergleich nur zeigen, dass neue Modelle besser sind, und über den Prompt gar nichts aussagen.

Das Prinzip

Zu gut, nicht zu schlecht

Ein Bildmodell lernt aus Millionen Bildern und trifft dann die Mitte. Es baut nicht das eine Foto, das jemand an einem bestimmten Nachmittag geschossen hat, sondern den Durchschnitt aller Fotos, die es je gesehen hat. Dieser Durchschnitt ist immer schöner als die Wirklichkeit.

Ein echtes Foto entsteht dagegen unter Bedingungen, die nie ideal sind. Das Licht fällt von einer Seite, jemand steht im Weg, der Sensor rauscht, die Person schaut im falschen Moment weg. Genau diese Fehler liest unser Auge als echt.

Deshalb hilft es nicht, ein besseres Bild zu verlangen. Alles, was du an Qualitätswörtern hinzufügst, treibt das Modell weiter in Richtung Katalog. Was hilft, ist die andere Richtung.

Du musst kein besseres Bild verlangen. Du musst ein unperfektes verlangen.

Der Prompt weiter unten macht nichts anderes. Er bestellt eine einzige Lichtquelle, Hautporen, Sensorrauschen und einen schiefen Ausschnitt.

Die fünf Merkmale

Woran du ein KI-Bild erkennst

In dieser Reihenfolge, von zuverlässig nach anfällig. Alle fünf lassen sich am mittleren Bild oben nachvollziehen.

Merkmal 01

Das Licht kommt von überall

Am zuverlässigsten von allen. In einem echten Raum gibt es eine dominante Lichtquelle, und die wirft einen Schatten mit einer Richtung. Modelle beleuchten dagegen gern rundum aus, weil das im Schnitt am schönsten aussieht. Das Ergebnis kennt jeder aus Katalogen.

Such die dunkelste Stelle im Gesicht. Findest du keine, ist das Bild ausgeleuchtet wie ein Schaufenster.

Merkmal 02

Haut ohne Geschichte

Nicht jede glatte Haut ist verdächtig, moderne Modelle setzen Poren inzwischen zuverlässig. Verdächtig ist gleichmäßige Haut: überall dieselbe Porengröße, keine Rötung an Nase oder Ohren, kein Pickel, kein Muttermal, kein Fleck, der nicht dahin gehört.

Zoom auf Wange und Nasenflügel. Echte Haut ist dort ungleichmäßig, gerötet und stellenweise glänzend.

Merkmal 03

Alles ist aufgeräumt

Auf echten Arbeitsplätzen liegt Zeug herum. Tassen stehen schief, Kabel hängen quer, im Vordergrund steht etwas im Weg. KI-Bilder ordnen alles sauber in Reihen, weil das der Durchschnitt aller Bilder ist, aus denen sie gelernt haben.

Zähl die Dinge, die stören. Bei null ist es kein Schnappschuss, sondern ein gebautes Bild.

Merkmal 04

Alle schauen in die Kamera und lächeln

Der Klassiker bei Menschen. Modelle liefern die Pose, die in Stockfotos am häufigsten vorkommt: frontal, freundlich, mittig. Echte Aufnahmen von arbeitenden Menschen zeigen sie meistens beschäftigt, mit Blick nach unten oder aus dem Bild heraus.

Wirkt die Person beobachtet oder unbeobachtet? Unbeobachtet ist glaubwürdiger.

Merkmal 05

Die Optik ist zu sauber

Echte Fotos tragen Spuren der Kamera: Rauschen in den dunklen Flächen, leichte Unschärfe an den Rändern, farbige Säume an harten Kontrastkanten, ein dunklerer Bildrand. Ein Bild ohne all das ist technisch perfekt und damit unecht.

Sieh in die dunkelste Ecke. Ist sie völlig glatt statt körnig, kam kein Sensor zum Einsatz.

Prompts, die du nicht selbst schreiben musst

Der Prompt-Builder baut dir aus ein paar Angaben einen fertigen Prompt, für Bilder genauso wie für Texte und Analysen.

Zum Prompt-Builder
Der Prompt

Für Menschen und Szenen

Dieser Prompt hat das dritte Bild oben erzeugt. Er steht auf Englisch, weil Bildmodelle damit sauberer arbeiten. Du fügst ihn einmal ein und ersetzt danach nur noch die eckige Klammer.

Kopiervorlage
Realismus-Prompt, Menschen und Szenen
You are generating a photograph, not an image.

SUBJECT: [hier dein Motiv in einem Satz: wer, wo, was gerade passiert]

Treat this as a single frame pulled from a real camera roll, not a portfolio
selection. Realism outranks beauty at every decision.

LIGHT
Exactly one dominant light source with a believable direction. Let one side of
the subject fall into shadow. No second fill light unless it physically exists
in the scene.

SURFACES
Skin keeps visible pores, fine hair, uneven tone, blemishes and moles. Fabric
shows fibers, creases and lint. Metal shows fingerprints and micro-scratches.
Glass refracts unevenly. Nothing is freshly cleaned unless the scene says so.

CAMERA
A plausible focal length and aperture. Shallow but not impossible depth of
field. Slight sensor noise in the shadows. Minor chromatic aberration at high
contrast edges. Natural lens vignetting.

COMPOSITION
Slightly off-center. Imperfect horizon. Something cropped by the frame edge.
Avoid symmetry. The subject is occupied with something, not posing.

NEVER
Beauty retouching, skin smoothing, HDR, glow, rim light on every edge, glossy
plastic surfaces, perfect teeth, studio backdrop unless requested, watermark,
readable text.

If a choice would make the image more attractive but less believable, choose
believable.

Die Klammer in der SUBJECT-Zeile komplett ersetzen, eckige Klammern inklusive.

01
Prompt einmal einfügen

Den kompletten Block in ein neues Gespräch kopieren. Er bleibt für alle folgenden Bilder gleich, du fasst ihn nicht mehr an.

02
Motiv in einem Satz

In die Zeile SUBJECT kommt, wer zu sehen ist, wo, und was gerade passiert. Nichts über Stil, Auflösung oder Licht, das steht schon im Prompt.

03
Nur eine Sache pro Durchgang ändern

Passt etwas nicht, änderst du genau eine Zeile und generierst neu. Wer drei Dinge gleichzeitig ändert, weiß hinterher nicht, welche geholfen hat.

Beispiel für die SUBJECT-Zeile

A barista in his fifties leaning on the counter of a small city cafe in the late afternoon, waiting for the next order.

Wer, wo, und was gerade passiert. Wörter wie fotorealistisch, 8k oder hochdetailliert gehören dort nicht hinein, die arbeiten gegen den Rest des Prompts.

Zweite Fassung

Für Produkte und Innenräume

Die Menschen-Fassung verlangt einen schiefen Ausschnitt und vermeidet Symmetrie. Bei einem Packshot ist beides falsch, dort willst du das Produkt vollständig und gerade im Bild haben. Diese Fassung tauscht die zwei Regeln gegen Gebrauchsspuren und eine ehrliche Umgebung.

Kopiervorlage
Realismus-Prompt, Produkte und Innenräume
You are generating a product photograph, not an image.

SUBJECT: [dein Produkt in einem Satz, plus wo es steht]

Treat this as a working shot from a real product session, not a finished
advertisement. Realism outranks polish at every decision.

LIGHT
One dominant source with a believable direction, plus at most one soft bounce.
Let the shadow side stay dark. The shadow on the surface has a direction and a
soft edge, not a symmetric halo.

SURFACES
The product shows real use: fingerprints on metal and glass, dust in the
crevices, micro-scratches where things get handled, uneven reflections that
mirror the actual room. Packaging shows slight creases at the folds.

SURROUNDINGS
The surface underneath has its own texture and small marks. One out-of-focus
object sits nearby that belongs to the room, not to the product shot.

CAMERA
A plausible focal length and aperture. Slight sensor noise in the shadows.
Natural lens vignetting. Focus sits on the product, the background falls off
softly.

NEVER
Airbrushing, HDR, glow, symmetric studio reflections, mirror-clean surfaces,
floating products without contact shadow, watermark, readable text on labels.

If a choice would make the product look more premium but less believable,
choose believable.

Für Innenräume in der SUBJECT-Zeile den Raum beschreiben und dazu, wer ihn gerade benutzt hat.

Die Grenzen

Was der Prompt nicht kann

Ehrlich gesagt

Der Prompt repariert die schwierigen Stellen nicht. Er versteckt sie. Eine einzige Lichtquelle schiebt die halbe Figur in den Schatten, der schiefe Ausschnitt schneidet Schrift am Bildrand ab, und Hände landen häufiger hinter einem Gegenstand. Auch im dritten Bild oben stimmt bei genauem Hinsehen die Kleidung auf Brusthöhe nicht. Sie liegt nur im Dunkeln.

Hände

Finger bleiben die Stelle, an der Modelle am häufigsten scheitern, besonders wenn Hände etwas greifen oder sich überlappen. Der Prompt löst das nicht. Er sorgt nur dafür, dass Hände seltener frei im Bild stehen.

Schrift im Bild

Schilder, Etiketten und Preislisten werden inzwischen oft richtig geschrieben, aber eben nicht immer. Die Zeile „readable text" in der Verbotsliste hält Schrift von vornherein aus dem Bild. Wer ein beschriftetes Schild braucht, muss die Zeile streichen und das Ergebnis anschließend Buchstabe für Buchstabe prüfen.

Spiegelungen

In Fenstern, Brillen und polierten Flächen steht oft etwas, das im Raum gar nicht vorkommt. Bei Innenraum- und Produktbildern lohnt der Blick in jede spiegelnde Fläche.

Menschenmengen

Je weiter hinten eine Person steht, desto eher zerfällt sie. Gesichter im Hintergrund, Beine, die nicht zusammenpassen, Personen ohne Schatten. Ein Motiv mit wenigen Menschen ist deutlich sicherer als eine belebte Straße.

Kennzeichnung

Je echter ein Bild wirkt, desto wichtiger wird die Frage, ob du es kennzeichnen musst. Privat gibt es keine allgemeine Pflicht. Sobald du veröffentlichst oder geschäftlich arbeitest, greifen Transparenzregeln, und einzelne Plattformen verlangen zusätzlich eine eigene Markierung.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Das Prinzip ja, der Wortlaut nicht überall gleich gut. Der Prompt ist an GPT Image 2 geschrieben und dort geprüft. Modelle, die auf kurze Stichwortlisten ausgelegt sind, verarbeiten so viel Fließtext schlechter. Dann nimm die Abschnitte einzeln: eine Lichtquelle, sichtbare Hautstruktur, leichtes Rauschen, schiefer Ausschnitt.

Er ist deshalb lang, weil er gegen die Voreinstellung des Modells arbeitet. Ein Modell trifft ohne Anweisung das durchschnittlich schöne Bild, und genau das willst du hier nicht. Wenn du kürzen willst, behalte die Lichtregel und die Hautregel. Die beiden tragen den größten Teil des Effekts.

Weil Bildmodelle auf englischen Beschreibungen sauberer arbeiten. Das gilt für den Prompt selbst. Dein Motiv in der SUBJECT-Zeile kannst du trotzdem deutsch eintippen, die meisten Modelle kommen damit klar. Sicherer ist auch dort Englisch.

Wer zu sehen ist, wo, und was gerade passiert. Also zum Beispiel „ein Barista Mitte fünfzig lehnt am Tresen eines kleinen Cafés und wartet auf die nächste Bestellung". Nicht hineingehören Wörter wie fotorealistisch, 8k, professionelle Beleuchtung oder hochdetailliert. Die arbeiten gegen den Rest des Prompts, der ja gerade Unvollkommenheit bestellt.

Weil der Prompt sie verbietet. Die Zeile „readable text" in der Verbotsliste hält Schilder und Etiketten aus dem Bild, damit dort nichts Falsches steht. Wenn du beschriftete Schilder brauchst, streich die Zeile und prüf das Ergebnis anschließend genau.

Ja. Bild eins und zwei stammen aus demselben Vier-Wort-Prompt, einmal im Vorgängermodell und einmal im aktuellen. Bild drei kommt aus demselben Modell wie Bild zwei, mit denselben vier Wörtern im SUBJECT-Feld des großen Prompts. Es wurde kein Bild aus vielen Versuchen ausgesucht und keins nachbearbeitet.

Es kommt darauf an, wo sie landen. Für rein private Nutzung gibt es keine allgemeine Pflicht. Sobald du Bilder veröffentlichst oder geschäftlich einsetzt, greifen Transparenzregeln, und einzelne Plattformen verlangen zusätzlich eine eigene Markierung. Die Details stehen in unserer Checkliste zum AI Act.

Die Technik dafür ist ohnehin da, und wer täuschen will, fragt nicht nach einer Anleitung. Der Nutzen liegt auf der anderen Seite: Wer weiß, woran man ein KI-Bild erkennt, fällt seltener darauf herein. Deshalb steht auf dieser Seite beides, die fünf Merkmale und der Prompt.

ChatGPT und GPT Image sind Marken von OpenAI. Diese Seite ist ein unabhängiges Angebot der KI Agenten Werkstatt und steht in keiner Verbindung zu OpenAI. Die drei Vergleichsbilder sind am 10. August 2026 entstanden und selbst erzeugt. Modelle ändern sich laufend, prüf das Ergebnis immer an deinem eigenen Bild.