Warum KI-Bilder nach KI aussehen
Nicht, weil sie schlecht sind. Weil sie zu gut sind. Hier stehen die fünf Merkmale, an denen du es erkennst, und der Prompt, der sie abstellt.
Ein Motiv, drei Bilder
Alle drei zeigen dieselbe Vorgabe: einen Barista hinter einer Theke, in vier Wörtern beschrieben. Verändert wurde pro Schritt genau eine Sache.
VorgängermodellKeine einzige Pore auf Stirn und Wangen, nur ein weicher Verlauf. Der Dreitagebart ist als Schatten aufgemalt statt aus einzelnen Haaren gebaut. Die Zähne sind ein durchgehender Block. In beiden Augen sitzt derselbe Glanzpunkt an derselben Stelle.
heute, 4 WörterHier stimmt die Haut. Poren sind da, sogar Sommersprossen und feine Härchen. Auffällig ist trotzdem, was fehlt: kein einziger harter Schatten im ganzen Gesicht, keine Unreinheit, kein schiefer Winkel. Dazu der Blick direkt in die Kamera und ein Lächeln, das jemand für ein Foto aufgesetzt hat.
heute, mit PromptDasselbe Modell wie bei Nummer zwei, dieselben vier Wörter als Motiv. Verändert wurde nur der Text drumherum. Jetzt liegt eine Lichtquelle von rechts oben an, die linke Gesichtshälfte fällt in den Schatten. Auf der Nase sitzt ein echtes Glanzlicht, auf der Wange ein Muttermal, im Vordergrund steht ein angeschnittener Krug.
Es wechselt nur das Modell, der Prompt bleibt gleich. Der Schritt zeigt also, was das neue Modell von allein besser kann.
Es wechselt nur der Prompt, das Modell bleibt gleich. Der Schritt zeigt also, was der Prompt ausmacht.
Deshalb steht Bild zwei überhaupt in der Reihe. Ohne diesen Zwischenschritt würde der Vergleich nur zeigen, dass neue Modelle besser sind, und über den Prompt gar nichts aussagen.
Zu gut, nicht zu schlecht
Ein Bildmodell lernt aus Millionen Bildern und trifft dann die Mitte. Es baut nicht das eine Foto, das jemand an einem bestimmten Nachmittag geschossen hat, sondern den Durchschnitt aller Fotos, die es je gesehen hat. Dieser Durchschnitt ist immer schöner als die Wirklichkeit.
Ein echtes Foto entsteht dagegen unter Bedingungen, die nie ideal sind. Das Licht fällt von einer Seite, jemand steht im Weg, der Sensor rauscht, die Person schaut im falschen Moment weg. Genau diese Fehler liest unser Auge als echt.
Deshalb hilft es nicht, ein besseres Bild zu verlangen. Alles, was du an Qualitätswörtern hinzufügst, treibt das Modell weiter in Richtung Katalog. Was hilft, ist die andere Richtung.
Du musst kein besseres Bild verlangen. Du musst ein unperfektes verlangen.
Der Prompt weiter unten macht nichts anderes. Er bestellt eine einzige Lichtquelle, Hautporen, Sensorrauschen und einen schiefen Ausschnitt.
Woran du ein KI-Bild erkennst
In dieser Reihenfolge, von zuverlässig nach anfällig. Alle fünf lassen sich am mittleren Bild oben nachvollziehen.
Das Licht kommt von überall
Am zuverlässigsten von allen. In einem echten Raum gibt es eine dominante Lichtquelle, und die wirft einen Schatten mit einer Richtung. Modelle beleuchten dagegen gern rundum aus, weil das im Schnitt am schönsten aussieht. Das Ergebnis kennt jeder aus Katalogen.
Such die dunkelste Stelle im Gesicht. Findest du keine, ist das Bild ausgeleuchtet wie ein Schaufenster.
Haut ohne Geschichte
Nicht jede glatte Haut ist verdächtig, moderne Modelle setzen Poren inzwischen zuverlässig. Verdächtig ist gleichmäßige Haut: überall dieselbe Porengröße, keine Rötung an Nase oder Ohren, kein Pickel, kein Muttermal, kein Fleck, der nicht dahin gehört.
Zoom auf Wange und Nasenflügel. Echte Haut ist dort ungleichmäßig, gerötet und stellenweise glänzend.
Alles ist aufgeräumt
Auf echten Arbeitsplätzen liegt Zeug herum. Tassen stehen schief, Kabel hängen quer, im Vordergrund steht etwas im Weg. KI-Bilder ordnen alles sauber in Reihen, weil das der Durchschnitt aller Bilder ist, aus denen sie gelernt haben.
Zähl die Dinge, die stören. Bei null ist es kein Schnappschuss, sondern ein gebautes Bild.
Alle schauen in die Kamera und lächeln
Der Klassiker bei Menschen. Modelle liefern die Pose, die in Stockfotos am häufigsten vorkommt: frontal, freundlich, mittig. Echte Aufnahmen von arbeitenden Menschen zeigen sie meistens beschäftigt, mit Blick nach unten oder aus dem Bild heraus.
Wirkt die Person beobachtet oder unbeobachtet? Unbeobachtet ist glaubwürdiger.
Die Optik ist zu sauber
Echte Fotos tragen Spuren der Kamera: Rauschen in den dunklen Flächen, leichte Unschärfe an den Rändern, farbige Säume an harten Kontrastkanten, ein dunklerer Bildrand. Ein Bild ohne all das ist technisch perfekt und damit unecht.
Sieh in die dunkelste Ecke. Ist sie völlig glatt statt körnig, kam kein Sensor zum Einsatz.
Prompts, die du nicht selbst schreiben musst
Der Prompt-Builder baut dir aus ein paar Angaben einen fertigen Prompt, für Bilder genauso wie für Texte und Analysen.
Zum Prompt-BuilderFür Menschen und Szenen
Dieser Prompt hat das dritte Bild oben erzeugt. Er steht auf Englisch, weil Bildmodelle damit sauberer arbeiten. Du fügst ihn einmal ein und ersetzt danach nur noch die eckige Klammer.
You are generating a photograph, not an image. SUBJECT: [hier dein Motiv in einem Satz: wer, wo, was gerade passiert] Treat this as a single frame pulled from a real camera roll, not a portfolio selection. Realism outranks beauty at every decision. LIGHT Exactly one dominant light source with a believable direction. Let one side of the subject fall into shadow. No second fill light unless it physically exists in the scene. SURFACES Skin keeps visible pores, fine hair, uneven tone, blemishes and moles. Fabric shows fibers, creases and lint. Metal shows fingerprints and micro-scratches. Glass refracts unevenly. Nothing is freshly cleaned unless the scene says so. CAMERA A plausible focal length and aperture. Shallow but not impossible depth of field. Slight sensor noise in the shadows. Minor chromatic aberration at high contrast edges. Natural lens vignetting. COMPOSITION Slightly off-center. Imperfect horizon. Something cropped by the frame edge. Avoid symmetry. The subject is occupied with something, not posing. NEVER Beauty retouching, skin smoothing, HDR, glow, rim light on every edge, glossy plastic surfaces, perfect teeth, studio backdrop unless requested, watermark, readable text. If a choice would make the image more attractive but less believable, choose believable.
Die Klammer in der SUBJECT-Zeile komplett ersetzen, eckige Klammern inklusive.
Den kompletten Block in ein neues Gespräch kopieren. Er bleibt für alle folgenden Bilder gleich, du fasst ihn nicht mehr an.
In die Zeile SUBJECT kommt, wer zu sehen ist, wo, und was gerade passiert. Nichts über Stil, Auflösung oder Licht, das steht schon im Prompt.
Passt etwas nicht, änderst du genau eine Zeile und generierst neu. Wer drei Dinge gleichzeitig ändert, weiß hinterher nicht, welche geholfen hat.
A barista in his fifties leaning on the counter of a small city cafe in the late afternoon, waiting for the next order.
Wer, wo, und was gerade passiert. Wörter wie fotorealistisch, 8k oder hochdetailliert gehören dort nicht hinein, die arbeiten gegen den Rest des Prompts.
Für Produkte und Innenräume
Die Menschen-Fassung verlangt einen schiefen Ausschnitt und vermeidet Symmetrie. Bei einem Packshot ist beides falsch, dort willst du das Produkt vollständig und gerade im Bild haben. Diese Fassung tauscht die zwei Regeln gegen Gebrauchsspuren und eine ehrliche Umgebung.
You are generating a product photograph, not an image. SUBJECT: [dein Produkt in einem Satz, plus wo es steht] Treat this as a working shot from a real product session, not a finished advertisement. Realism outranks polish at every decision. LIGHT One dominant source with a believable direction, plus at most one soft bounce. Let the shadow side stay dark. The shadow on the surface has a direction and a soft edge, not a symmetric halo. SURFACES The product shows real use: fingerprints on metal and glass, dust in the crevices, micro-scratches where things get handled, uneven reflections that mirror the actual room. Packaging shows slight creases at the folds. SURROUNDINGS The surface underneath has its own texture and small marks. One out-of-focus object sits nearby that belongs to the room, not to the product shot. CAMERA A plausible focal length and aperture. Slight sensor noise in the shadows. Natural lens vignetting. Focus sits on the product, the background falls off softly. NEVER Airbrushing, HDR, glow, symmetric studio reflections, mirror-clean surfaces, floating products without contact shadow, watermark, readable text on labels. If a choice would make the product look more premium but less believable, choose believable.
Für Innenräume in der SUBJECT-Zeile den Raum beschreiben und dazu, wer ihn gerade benutzt hat.
Was der Prompt nicht kann
Der Prompt repariert die schwierigen Stellen nicht. Er versteckt sie. Eine einzige Lichtquelle schiebt die halbe Figur in den Schatten, der schiefe Ausschnitt schneidet Schrift am Bildrand ab, und Hände landen häufiger hinter einem Gegenstand. Auch im dritten Bild oben stimmt bei genauem Hinsehen die Kleidung auf Brusthöhe nicht. Sie liegt nur im Dunkeln.
Hände
Finger bleiben die Stelle, an der Modelle am häufigsten scheitern, besonders wenn Hände etwas greifen oder sich überlappen. Der Prompt löst das nicht. Er sorgt nur dafür, dass Hände seltener frei im Bild stehen.
Schrift im Bild
Schilder, Etiketten und Preislisten werden inzwischen oft richtig geschrieben, aber eben nicht immer. Die Zeile „readable text" in der Verbotsliste hält Schrift von vornherein aus dem Bild. Wer ein beschriftetes Schild braucht, muss die Zeile streichen und das Ergebnis anschließend Buchstabe für Buchstabe prüfen.
Spiegelungen
In Fenstern, Brillen und polierten Flächen steht oft etwas, das im Raum gar nicht vorkommt. Bei Innenraum- und Produktbildern lohnt der Blick in jede spiegelnde Fläche.
Menschenmengen
Je weiter hinten eine Person steht, desto eher zerfällt sie. Gesichter im Hintergrund, Beine, die nicht zusammenpassen, Personen ohne Schatten. Ein Motiv mit wenigen Menschen ist deutlich sicherer als eine belebte Straße.
Je echter ein Bild wirkt, desto wichtiger wird die Frage, ob du es kennzeichnen musst. Privat gibt es keine allgemeine Pflicht. Sobald du veröffentlichst oder geschäftlich arbeitest, greifen Transparenzregeln, und einzelne Plattformen verlangen zusätzlich eine eigene Markierung.
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Kurz beantwortet
ChatGPT und GPT Image sind Marken von OpenAI. Diese Seite ist ein unabhängiges Angebot der KI Agenten Werkstatt und steht in keiner Verbindung zu OpenAI. Die drei Vergleichsbilder sind am 10. August 2026 entstanden und selbst erzeugt. Modelle ändern sich laufend, prüf das Ergebnis immer an deinem eigenen Bild.